Eine halbwegs restaurierte Micro Magic (der ersten Stunde?)

UweKöln
Beiträge: 10
Registriert: 09.08.2016, 11:36

Eine halbwegs restaurierte Micro Magic (der ersten Stunde?)

Beitragvon UweKöln » 15.08.2016, 23:59

Hallo allerseits,

ich nutze mal diese Abteilung, um mich mit meinem neu erworbenen Uralt-Boot vorzustellen und ggf. hilfreiche Tipps entgegenzunehmen ;-)

Ähnlich wie im "Parallelthema" habe auch ich eine völlig verunstaltete MM per Kleinanzeige erworben, musste dafür allerdings noch 50 Euro hinblättern. Farbe runter hieß schwer schuften (dafür müsste das Boot danach gefühlte 100 Gramm leichter gewesen sein), Farbe drauf (da Lackieren so gar nicht mein Spezialgebiet ist) auch.

Nach einigem Gefummel an Mast und Schoten steht das Ganze jetzt so da wie auf den Fotos. Irgendwie erscheinen mir Mast und Bäume nicht original, und die Schotführung kompliziert (habe leider vergessen, ein Foto von innen zu machen). Zudem bewegen sich die Bäume noch nicht synchron.

Dafür ists aber dicht und segelt erstaunlich gut, wenn auch extrem luvgierig - müsste man halt mal irgendwie im Vergleich sehen. Falls also jemand in Köln z.B. auf dem Fühlinger See, dem Adenauerweiher oder am Kahnweiher im Stadtwald unterwegs ist, oder auch im näheren Umkreis, bitte melden ;-)

Auch für Tipps und Hinweise der alten Hasen hier, sofern man die auf Basis der Bilder geben kann, nehme ich gerne entgegen.

Beste Grüße und auf gute Befüllung des neuen Forums,

Uwe

MM03.jpg
MM03.jpg (996.41 KiB) 483 mal betrachtet

MM01.jpg
MM01.jpg (1023.35 KiB) 483 mal betrachtet

MM02.jpg
MM02.jpg (906.81 KiB) 483 mal betrachtet

kalle saage
Beiträge: 32
Registriert: 09.08.2016, 19:42
Wohnort: Andernach
Postleitzahl: 56626

Re: Eine halbwegs restaurierte Micro Magic (der ersten Stunde?)

Beitragvon kalle saage » 16.08.2016, 09:35

Hallo UweKöln,

sieht doch ganz schön aus der Oldtimer, der übrigens alles andere als oldi-mäßig segelt. Auch die Alten können durchaus mithalten.
Zu deinen Fragen:

Synchronität der Segelverstellung: Die Entfernung zwischen Drehpunkt des Baumes und Umlenkpunkt der Schoten sollte zunächst etwa gleich sein, dann drehen die Schoten auch gleich. Ich finde es besser, wenn der Großbaum nicht ganz soweit öffnet wie die Fock - deshalb ist bei mir der Abstand beim Großbaum etwas länger.

Luvgierigkeit: Wenn ich es richtig sehe, dann steht dein Mast in der Masttasche nach hinten geneigt. Neige ihn etwas nach vorn, (Schrauben neben dem Mast lösen, diesen nach vorne kippen, Schrauben fest) dann ändert sich das deutlich.

Einfach spielen und bei der nächsten Köln-Regatta dabei sein!

Gruß aus Andernach

Kalle
GER 1312 dx6 2,4 ghz

UweKöln
Beiträge: 10
Registriert: 09.08.2016, 11:36

Re: Eine halbwegs restaurierte Micro Magic (der ersten Stunde?)

Beitragvon UweKöln » 16.08.2016, 14:01

Hallo Kalle,

und Danke für Antwort und Tipps. Bringt die Mastverstellung tatsächlich so viel? Na, ich werde es testen.

Eine Frage habe ich noch zu den Segeln: Gibt es irgendwo Schnitte/Pläne für mehrbahnige Segel. Die würde ich gerne noch neu basteln (und farblich etwas passender anlegen ; -)

Braucht man ein "B-Rigg", oder ist bei mehr Wind ohnehin Hängen im Schacht? Bzw. bewegt sich das Schiffchen mit so einem Taschentuch überhaupt noch?

Beste Grüße,

Uwe

kalle saage
Beiträge: 32
Registriert: 09.08.2016, 19:42
Wohnort: Andernach
Postleitzahl: 56626

Re: Eine halbwegs restaurierte Micro Magic (der ersten Stunde?)

Beitragvon kalle saage » 16.08.2016, 15:07

Hallo Uwe,

ein B-Rigg braucht es eigentlich nur, wenn du international Regatten fahren möchtest. Ich habe mein B bisher nur sehr selten gefahren und wenn dann tatsächlich im Ausland. Ansonsten wäre die sinnvollere Investition ein dickeres Blei so um die 500g. Man kann damit schon bis in den Bereich von 5 bft segeln und das ist schon sehr selten nötig. Umgekehrt kommt man aber auch bei 1 - 2 bft damit ganz gut klar, aber hier ist das B-rigg definitiv zu langsam.

Hinsichtlich Segelschnitte und Anleitung zum Bau schau einmal im Archiv der Homepage / des Forums. Dort wirst du fündig - Bestimmt!

Und bis wann die kleine mit einem Taschentuch segelt? Es gibt Leute die fahren nicht nur B-rigg, sondern auch C, D, E und F. Letzteres ist dann wirklich etwa wie ein Papiertaschentuch und funktioniert gut bei ausgewachsenem Sturm. Wer´s braucht - Machbar ist fast alles!

Gruß
Kalle
GER 1312 dx6 2,4 ghz

Benutzeravatar
bora
Beiträge: 132
Registriert: 15.08.2016, 16:08
Wohnort: OWL

Re: Eine halbwegs restaurierte Micro Magic (der ersten Stunde?)

Beitragvon bora » 17.08.2016, 00:09

Hallo Uwe,

erstaunlich große Fotos hast du da hochgeladen. Respekt – ich glaube, das hat vor dir im alten Forum noch keiner geschafft ;)
Alte Hasen gibt‘ s hier nicht mehr - tempus fugit oder o tempora, o mores?
Egal, auch wenn gerade erst angemeldet, versuche ich mich mal mit ein paar Tipps..

Die von Kalle beschriebene Verstellung der Mastneigung bewirkt eine deutliche Verschiebung des Segeldruckpunktes. Da wirst du auf jeden Fall einen Unterschied feststellen. Das Boot ist so kurz, da werden Trimmveränderungen in ganz kleinen Einheiten vorgenommen.

Aber eigentlich müsste man erst mal genauer wissen, ob dein Boot schon bei ganz leichtem Wind wie du schreibst „extrem luvgierig“ ist oder erst in Böen, wie dicht du dein Großsegel genommen hast, ob du einen gewissen Twist in den Segeln hast etc… Wenn du nur zum Spaß hin und her segeln möchtest, dann ist die Neigung des Mastes nach vorne ein wirksames Mittel, um das Boot gutmütiger zu machen. Wenn dich irgendwann das Rennfieber packen sollte, was normalerweise spätestens bei der ersten Begegnung mit einen anderen Micro Magic stattfindet, dann wirst du vielleicht wieder zu einer etwas luvgierigen Einstellung zurückkommen. Aber das Thema ist zu komplex, um es hier ausführlicher zu beschreiben. Genau wie zu den Segelschnitten wirst du im deutschen MM Archiv und auch im www viele Hinweise, sogar Videos zum Trimm einer MM finden. Zuletzt habe ich im Rahmen einer Bedienungsanleitung für die RFH – Version einige Hinweise zu den Einstellmöglichkeiten und Anpassungen an verschiedene Verhältnisse gegeben, zu finden im alten Forum unter http://mm-forum-alt.mm-segeln.de/www.micromagic-segeln.de/forum/showthreadf893.html?tid=4596.

Noch ein paar Bemerkungen auf Basis der Bilder:

Die Segel sehen tatsächlich so aus, als ob sie ihre besten Zeiten schon hinter sich hätten. Neue, auch einbahnige Segel könnten da schon weiterhelfen. Profilierte Segel selbst machen ist ein spannendes Thema und gar nicht mal so teuer, weil man für ein MM Segel kein teures Material braucht und davon auch noch wenig. Aber (!) es ist nicht ganz einfach ein Profilsegel zu erschaffen, das gut läuft. Es ist aber ziemlich einfach, etwas zusammenzukleben was schlechter ist, als ein gutes einbahniges Segel. Wenn man lieber früher als später ein Top Segel haben möchte, kauft man das besser beim Spezialisten. Fürs Hobby – Segeln viel Spaß beim Segel Machen!

Die Bäume sowohl für Groß als auch für Fock sehen auf den Bildern etwas kurz aus. Das mag täuschen, weil die alten Segel vielleicht etwas viel in der Länge gewachsen sind. Aber bei stärkerem Wind sollte es möglich sein, die Profiltiefe des Segels auch mal in Richtung wenige Millimeter zu reduzieren.

Vor allem die Fock, aber auch das Groß könnten etwas tiefer, also etwas näher am Deck gefahren werden. Das wirkt auch einer eventuellen Luvgierigkeit entgegen.

Auf den Bildern sieht es so aus, als ob der Mast 6mm Durchmesser hat. Der braucht weder Wanten noch Saling und sollte auch keines von beidem haben. Es ist im Gegenteil sogar erwünscht, dass das Rigg in Böen oben etwas aufmacht und Druck ablässt. Ein supersteifer Mast verstärkt die Luvgierigkeit in Böen.


Zur Segelverstellung: Die ist idealerweise nicht unbedingt synchron. Bei Stellung Am-Wind ist das Groß dichter als die Fock. Zum Ausgleich von Böen ist es vorteilhaft, wenn die ersten ein, zwei Raster am Hebel des Senders nur das Groß öffnen. Danach sollte der Großbaum gerne etwa parallel zum Fockbaum laufen , um dann Richtung Vorwind, wie Kalle schon geschrieben hat, etwas weniger weit zu öffnen, als die Fock. Das Ganze ist mit verschiedenen Winkeln der Ruderarme Fock/Groß auf dem Servo und angepassten Hebellängen auf den Ruderarmen oder den Bäumen annähernd machbar. Klingt kompliziert, die Botschaft ist eigentlich: synchron muss nicht unbedingt sein!

Jetzt brauchst du noch eine Segelnummer und dann bis zur nächsten Regatta in Köln oder Umgebung.

Grüße
Ralf
GER 188
2,4 GHz

UweKöln
Beiträge: 10
Registriert: 09.08.2016, 11:36

Re: Eine halbwegs restaurierte Micro Magic (der ersten Stunde?)

Beitragvon UweKöln » 17.08.2016, 10:56

Hallo Kalle, hallo Ralf,

Danke für die ausführlichen Tipps und Erläuterungen, werde das bei Gelegenheit (in Köln windets leider selten zur passenden Zeit) mal austesten und zur Verfeinerung der Analyse berichten ;-)

Da die Saling nicht so ohne weiteres abgeht, lasse ich die Wanten erst mal dran (sieht sonst irgendwie blöd aus), aber dann testweise mal nur so eben gespannt.

Segelnummer ist bereits vorhanden (239), und wenn wer in der Nähe ist oder in der Nähe herumsegelt, freue ich mich auf Nachricht.

Segel habe ich schon ein paar gebastelt, mit denen die Boote (IOM, RG 65) dann zumindest vorwärts fahren ... Aber, ganz ehrlich, finde ist es tatsächlich schwer zu beurteilen, um wie viel "besser" oder "schlechter" die im Verhältnis etwa zum mitgelieferten Material sind. Es gibt einfach zu viele Faktoren (angefangen beim Steuermann), die da hineinspielen. Das müsste dann mal ein Experte beurteilen - oder eben doch einfach ein zünftiges Match Race ;-)

WENN aber eine(r) der hier Mitlesenden noch Segel oder auch ein ganzes Rigg zuviel hat, bin ich durchaus daran interessiert, selbige(s) käuflich zu erwerben.

Grüße aus Köln,

Uwe


Zurück zu „Meine Micro Magic“